27 Oktober 2008

4. Nebenübung, Positivität

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Die vierte Nebenübung ist die zur Positivität. Die ist heute allgemein bekannt. Es wird einem positives Denken empfohlen oder man wird darauf aufmerksam gemacht, dass da wer das Positive in einer Sache sieht, egal wie verfahren sie ist.
Es lassen sich sicher bessere Beispiele zur Erläuterung finden, als das damals von Steiner angeführte aus der Bibel mit dem toten Hund und den schönen Zähnen.

Geübt wird quasi den ganzen Tag lang immer, wenn man daran denkt. Alternativ kann auch einmal am Tag quasi konzentriert geübt werden. Dazu besinne man sich auf den Tag oder die letzte Stunde oder die vergangene Woche und picke sich alles Positive heraus, was sich finden lässt.
Diese letzte Variante ist in meinen Augen ein Notnagel, wenn man so gar nichts Positives finden kann.

Im Prinzip geht es darum, den eigenen Blick für alle positiven Aspekte zu öffnen, egal wie mies die Situation gerade ist. Sprich: die Chance selbst im Negativsten zu entdecken.

Der Hintergrung oder auch die Erfahrung: sieht man nur Fehler oder negative Seiten, dann häuft sich das Negative mit allen damit verbundenen Stimmungen. Es gibt eine Spirale abwärts.
Sieht man zu Beginn bewusst, später kann das zur Gewohnheit werden, das Positive, dann häuft sich dieses. Es begegnet einem mehr Positives. Es gibt eine Spirale aufwärts.
Beide Tendenzen sind selbstverstärkend.
Oder anders: es ist "nur" eine Bewusstseinsfrage.

22 Oktober 2008

Variationen über das Thema der Gedankenübung 2

Hier kommt der letzte Teil des fertigen Textes zur Gedankenübung. Es geht dann mit den anderen Nebenübungen weiter und dem Üben als solchem.
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Macht man Kühlewinds Vorstellungsübung, kann man beobachten, z.B. dass sich der Gegenstand in der Vorstellung eigenständig ohne eigenes Zutun bewegt.

Man kann sich dann Gedanken über die Übung machen und einmal beobachten:

Wo stelle ich mir den Gegenstand vor?

Kann ich mir den auch hinter meinem Kopf vorstellen oder in der Küche?

Sehe ich ein Bild oder habe ich ein Wort oder einen Gedanken?

Wie ist mein Verhältnis rein räumlich zu der Vorstellung des Gegenstandes?

Kann ich ihn auflösen und neu bilden? (Kühlewinds Nebelübung).

Und irgendwann kann man darauf kommen, dass man es selber ist, der den Gegenstand in der Vorstellung bildet.

18 Oktober 2008

Variationen über das Thema der Gedankenübung 1

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Aus dem Vorherigen wird schon deutlich, dass man mit dieser Übung auch anders umgehen kann . So kommt man z. B. zu Kühlewinds Vorstellungsübung s. u.:

Es ist möglich darauf zu verzichten, sachgemäße Gedanken mit dem Gegenstand zu verbinden. Dann hält man ihn alleine in der Vorstellung.

Man kann auch nur einen Teil des Gegenstandes z. B. die Messerspitze in der Vorstellung halten.

Hierbei ist z. B. zu beobachten, dass viel schneller abgeschweift wird als bei der ersten Variante der Gedankenübung.

Kühlewind gibt dafür folgende Hilfen:

  • Sich sagen: „zurück zum Thema“.
  • Den Gegenstand in der Vorstellung mit dem „ansprechenden Blick“ ansehen. (Damit ist gemeint, man sieht ihn an wie einen interessanten Menschen in eine Menschenmenge.)
  • Äußere Störfaktoren in das Thema (Gegenstand) integrieren.


Wesentlich dabei ist, sich keinen Streß zu machen, also nicht den harten Willen (s. u.) zu verwenden. Das Üben soll Spaß machen, etwas Spielerisches haben, mit Interesse an den zu sammelnden Erfahrungen und der Welt und sich einhergehen.

15 Oktober 2008

Bemerkungen zur Übung der Gedankenkontrolle 4

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Wenn man über einige Zeit übt, übt man sein Denken, auch wenn man das nicht sofort merkt.
(Hi Segro;-)) )

Wenn man sich zu regelmäßigem Üben durchringt, übt man seinen Willen.

Es ist also auch gleichzeitig die 2. Nebenübung, die Willensübung.

Erst wenn das Üben quasi zur Gewohnheit wird, fällt der Effekt, den Willen damit zu trainieren, weg.


Dadurch dass man sich in der Vorstellung für einige Zeit auf einen Gegenstand konzentriert, ist es auch gleichzeitig eine Konzentrationsübung.

Dieses ist es um so mehr, je weniger Einzelheiten man sich zu dem Gegenstand denkt und je mehr man nur den Gegenstand selber in der Vorstellung hält (bzw. bildet).


Also das Ganze ist eine gute Sache für die Seelenhygiene völlig unabhängig davon, aus welchem Grund heraus man einmal mit dem Üben begonnen hat.
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14 Oktober 2008

Bemerkungen zur Übung der Gedankenkontrolle 3

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Es geht jetzt hier weiter, da in den weiteren Bemerkungen die Verbindung zu Kühlewinds Anregungen deutlich wird und weil der Text, schon im Frühsommer geschrieben, fertig ist.
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Bekommt man es über einige Jahre hin, immer wieder diese Übung zu machen (wenn nicht, ist das auch kein Schaden), kann man feststellen, das einem einerseits viele Kleinigkeiten alltäglicher Gegenstände deutlich werden so, z. B. , warum eine Untertasse innen noch eine extra Vertiefung hat.
Man bekommt einen umfassenderen Begriff des Gegenstandes.

Man kann feststellen, dass man genauer bzw. überhaupt erst einmal hinguckt.

AOEA´s Bildhauerausbildung kann den gleichen Effekt haben.

Man kann feststellen, dass das eigene Denken logischer wird (sachgemäßer), vor allem, wenn man dann irgendwann beginnt, sich über das z. B. assoziative Denken eines anderen aufzuregen.

Man kann feststellen, dass man bei einem neuen Gegenstand schneller auf das Wesentliche kommt und sich nicht am Unwesentlichen aufhält.

Man kann vermutlich noch etliches feststellen, sobald man erst einmal ein Weilchen geübt hat.
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13 Oktober 2008

Der sanfte Wille (Fortsetzung)

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Da es bei den Egoisten gerade zwei Texte zu Kühlewinds Buch "Der sanfte Wille" gibt, nehme ich das zum Anlass, an die eigenen Berichte zu dem Thema anzuknüpfen.
Der zweite Text über die Stille: hier
Der erste Text über Denken und das Wissen bzw Nichtwissen über den Willen: hier
Mein Text über den Unterschied zwischen dem harten und dem sanften Willen: hier

Wobei ich inzwischen zu der Auffassung gelangt bin, dass man mit dem harten Willen nicht wirklich etwas erreicht, auch wenn es ab und zu so aussieht.

Das Ganze als Einstieg.
(to be continued)
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