30 August 2011

Wetter

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Vor einer Woche Dienstag und Mittwoch hat es noch einmal etwas genieselt ca 0,5mm. Seither ist es nachts 19°C am Tag zwischen 26 und 27°C, morgens meistens sonnig und dann mit hoher Bewölkung und wenig Wind. Seit dem Wochenende gibt es sternenklare Nächte, Sonnenauf- und - untergänge, leicht herbstliches Licht, gestern und heute eher etwas mehr Wind und dafür auch Sonne.
Also eigentlich ist das Wetter so, wie es hier um diese Jahreszeit immer ist.
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28 August 2011

Die letzten Renovierungen am Haus

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Bis auf Kleinigkeiten ist das Haus jetzt fertig renoviert.
Im letzten Herbst wurden die beiden Bäder in Bad und Klo umgebaut.



Oben ist das alte Bad, unten das neue Klo. Der einzige Haken, man muss durch die Tür zum Schlafzimmer. Aber das Haus ist ja auch nicht für Gäste gedacht.


Oben ist das andere alte Bad aus dem jetzt das neue Bad wurde (unten). Die Dusche ist hinter dem Waschbecken und daher nicht zu sehen.

Jetzt im Sommer wurden noch die letzen 2 Fenster der Stube ausgetauscht, gestrichen und neue Elektrik.



Hier ist die Stube im Frühjahr 2008. Da hatte sie auch schon ein paar Veränderungen hinter sich.


Rechts die schon vor 2 Jahren eingebaute Glastür und geradeaus das neue Fenster mit Markise draussen.


Hier die gegenüberliegende Seite im Mai 2010.



Und so sieht diese Seite im Moment aus mit dem neuen Fenster. Alle überflüssigen Möbel sind inzwischen verschenkt. Nun kann allmählich die grundlegende Veränderung der Inneneinrichtung beginnen.


Das war das Haus von vorne 2004.


So sieht es bei Windstille und sonnigem Wetter jetzt von aussen aus.


20 August 2011

Wetter

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In der Nacht auf Freitag hatte es etwas genieselt. Im Regenmesser fand sich ein halber mm. Am Tag lag die Temperatur bei 28 °C heute bei 27°C in der Nacht kühlt es auf 19°C ab. Es gibt kaum Wind, dafür fast sternenklare Nächte, die allerdings immer noch durch den Mond gestört werden. Tagsüber scheint die Sonne von einem makellos blauen Himmel. So kann es bleiben.

Zur Feier des Heiligen Bartholomé


In La Galga Gemeinde Puntallana wir der Ortsheilige San Bartholomé vom 13. bis zum 27. August mit verschiedenen Festivitäten geehrte. Freitag 19. August ab 17 Uhr war "un día como los de antes", also ein Tag wie früher. In der Anzeige im D´ocasión war viel versprochen, erkennbar davon dann nur wenig.
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Der Zufahrtsweg bis zu dem Torbogen war mit grünen Ästen geschmückt. 
Bunte Bänder spannten sich über die Strassen.



Der Festplatz mit Bühne, auf der ab 21 Uhr Folklore gespielt werden sollte.


Direkt linker Hand neben der Bühne die Bar.


Der Ortsheilige (vermutlich aber ein Standbild entweder für  Auswanderer oder  Rückkehrer) hilft beim Bänder tragen.



Am Eingang zum Festplatz  ein Zelt unter dem sich ein Teil des eigentlichen Themas befand.


Ein Tisch mit Getreide in weissen Säcken. Es gab Roggen, Weizen, Gerste und eine Mischung verschiedener Arten mit Mais.


Davor stand ein Mühlstein. In dem oberen Stein gab es ein paar Dellen, in die der Stock passte, mit dem der obere Stein dann auf dem unteren gedreht wurde.


 Stickerinnen bei der Arbeit.



Einen  Webstuhl mit dem Beginn eines Gewebes an dem aber niemand arbeitete.


An der Strasse war Weisszeug über das Brückengeländer gehängt, drei veschiedene Waschzuber standen davor und zwei Frauen in Tracht demonstrierten das Wäschewaschen mit Seife und Bürste.


Ein Paar als Auswanderer gekleidet, die auf Besuch kommen. Bis vor kurzem, man könnte sagen bis zum wirtschaftlichen Aufschwung der EU-Länder sind aus La Palma wie auch aus Irland viele Menschen hier nach Südamerika ausgewandert.


In einer aus grünen Zweigen gebauten Hütte waren zwei Ziegen angebunden und ein Karton mit 3 Welpen. Die meisten Menschen interessierten sich mehr dafür, die Welpen zu streicheln.


Eine Gruppe mit vielen kleinen Kindern begab sich vom Stadteingang hin zum Festplatz und an der Ziegenhütte haben dann zwei der kleinen Mädchen jede eine Ziege von Hand gemolken.


Ein Stück weiter wartete ein Ochsengespann geduldig auf seinen Auftritt.


Es wurde mit einem hölzernen Gestell zusammen und an einen Hakenpflug gespannt.


Hier ist das Gespann von vorne zu sehen. Ob es mit dem Pflug noch eine Furche ziehen mussten, habe ich nicht abgewartet, da kein Platz mehr auf dem Kamerachip war.


Nach dem Pflügen wird gesät, klassisch von Hand aus dem Sack. Danach wird, wenn alle Götter günstig waren, geerntet.



Bei dem geernteten Getreide wird mit dem Sieb die Spreu vom Weizen getrennt.




Dann wird in der Feuerstelle das Feuer angezündet und das Getreide in der Pfanne zum Gofio geröstet.

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Der Mann, der hier das Feuer anzündet, war bei allem am eifrigsten bei der Sache. Er blies sowohl auf einer Muschel zum Beginn, spannte die Ochsen ein und führte das Säen vor.

Hier ist worauf ich nicht mehr gewartet habe.


18 August 2011

Wetter

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Eine Wetterzusammenfassung der vergangenen Woche.
Eigentlich gibt es nichts wirklich Neues zu vermelden. Am letzten Freitag und Sonnabend ging die Nachttemperatur auf 18°C herunter, es gab einen relativ klaren Sternenhimmel. Die Tagestemperaturen kletterten von Sonnabend bis Dienstag von 24 °C auf 28°C. Nachts kühlte es mit Wochenbeginn nur noch auf 20°C ab. Die Tage waren eher dunstig, ein Wolkenrand am Horizont verzog sich im Laufe des Tages, die Sonne schien mit wenig Wind. Ab Mittwoch herrschte wieder das übliche Wetter von vorher: nachts um die 18-19°C, tags um die 25-26°C, morgens eher bedeckt. Der aufkommende Wind verbläst die Wolken, so dass es sonnig wird, schläft gegen abend ein, die Bewölkung zieht sich zu, man spürt einzelne Tropfen in der Luft.
Der Wind ist insgesamt nicht mehr so stark wie noch vor Wochen.
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17 August 2011

Pennisetum setaceum ((Forssk.) Chiov.), Federborstengras, Rabo de gato

Das Lampenputzergras, auf englisch „Fountain Grass“, auf dänisch „Fjäderborstgräs“ wurde in vielen Teilen der Welt als Ziergras eingeführt. Der Name kommt aus dem Lateinischen : penna = Feder und seta = Borste (14).


Taxonomie (Systematik) :
Ordnung: Poales
Familie: Poaceae
Gattung: Pennisetum
Art: Pennisetum setaceum (13)

 
Biologie
Die Pflanze ist ausdauernd und horstbildend (13, 6, 11). Die Blätter sind linear, mattgrün, hart, rau, mit scharfen Rändern (6). 


Der Blütenstand ist eine zylindrische, federähnliche, leicht gefärbte Ährenrispe mit abstehend behaarten Achsen (6, 10).


Die Ährchen sind 1-2 blütig, nur kurz begrannt, umgeben von mehr oder weniger purpurnen, ungleich langen (bis 30mm), freien, teilweise bewimperten Borsten(10).

 
Die Samen werden apomiktisch gebildet und mit dem Wind verbreitet (11, 13).
Die violettfarbigen Ökotypen sind hexaploid (6x=54) und ohne Pollenbildung (12). Megasporen (Vorläufer der Eizellen) werden gebildet, degenerieren allerdings. Stattdessen bilden sich aus dem Gewebe der Samenanlage (Nucellus und Integumenten) unechte Samen (4 Embryosäcke, Apomixie) (12).
Es werden etwas über 0,3 Samen je Blütchen und ungefähr 45 Samen je Infloreszenz gebildet. Deren Keimfähigkeit liegt knapp unter 60% (11), 50% (9), 45% (13). Das Tausendkorngewicht liegt bei 1,25g (9).

Die Pflanzenhöhe beträgt 60 - 80 cm (9). 

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 Hier ist das Gras als Horst mit älteren Blättern (gelb), jüngeren Blättern (grün) und Ährenrispen (violett) am Rand einer Betonpiste. 

Milton et al. (2008) fanden wurzellose Pflänzchen in den Blütenständen von P. setaceum im Gamka-Fluss im Karoo-Nationalpark in Süd Afrika. Diese Pseudobrutpflanzenbildung scheint durch eine Überflutung der unreifen Blütenstände ausgelöst worden zu sein und könnte zur Verbreitung des Grases beitragen (8).
P. setaceum ist eine C4-Pflanze(11,13).
 
Vorkommen
Das Gras hat seinen Ursprung im Mittleren Osten und Nord Afrika (11, 6). In Afrika wuchs es vom Norden bis zur Linie Tansania, Äthiopien, Sudan, Kenia, Somalia häuptsächlich in ariden Regionen und in der Sahara (6).
Inzwischen ist es in vielen anderen Gegenden der Erde zu finden, in denen es sich z. T. aggressiv verbreitet.
In den USA hat es sich erfolgreich in Hawaii, Arizona und Kalifornien ausgebreitet. Es wurde dort zwischen 1917 und 1940 als Zierpflanze eingeführt. Auf Hawaii ist es die dominierende Pflanze auf trockener Lava und in trockenem Buschland auf der ariden Seite der Insel. Die Besiedlungsintensität ist je nach US-Staat unterschiedlich (11).
Auf den Kanarischen Inseln ist es seit 20 Jahren in aggressiver Ausbreitung (1), ausserdem in SW-Asien, tropischem und Süd-Afrika und Namibia (10).
Joubert et al. 2002 liefert eine Dokumentation der Verteilung von P. setaceum in Namibia und stellt fest, das es in 6 Biomen vorkommt, aber hauptsächlich in den Hochland- und Bergsavannen. Da die meisten Pflanzen um die grossen Zentren wie Windhoek vorkommen, wird vermutet, dass die Ausbreitung von Baumschulen ausgeht, die dieses Gras als Ziergras verkaufen und in deren Nähe die meisten Pflanzen zu finden sind (6).

Lebensraum
Bevorzugtes Habitat sind Felshänge und gestörte Flächen entlang Strassen und Abraumhalden (6).


Die hellen, braunen Flecken sind das P. Setaceum um diese Jahreszeit am Felshang.

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Hier wächst es direkt am Wegrand nach dem Abmähen neu, während das einheimische Gras braun vor sich hin steht.

In Namibia wurde es sowohl in der Namibwüste mit Niederschlägen unter 100mm bis hin in Regengebiete mit über 600mm NS an Wegrändern gefunden (6).
Weitere Habitate sind Schieferabbau und Erosionsrinnen. Obwohl es offene, gestörte Flächen bevorzugt, ist es an Strassenrändern, an denen mehr Feuchtigkeit zur Verfügung steht, konkurrenzfähig (6).
Das Temperaturoptimum für die Photosynthese liegt bei 35°C, unabhängig von der Höhe, in der die Pflanzen wachsen. Pflanzen, die bei niedrigeren Temperaturen wachsen, haben eine 16% höhere maximale Photosyntheserate je Blattfläche - allerdings bei reduzierter Gesamtblattfläche und geringerer CO2-Nutzung. Die verschiedenen Höhen, in denen das Gras auf Hawaii gefunden wird, sind weniger eine Anpassung der Pflanze an die Umwelten, als Ergebnis einer hohen ökologischen Breite der Art (15).

Konkurrenzfaktoren
P. setaceum kann offenbar aus Niederschlag durch eine höhere Photosyntheserate Vorteile ziehen. Es produzierte mit Zusatzbewässerung etwa doppelt so viel Samen als ohne (11).
Im Vergleich mit einem heimischen Gras auf Hawaii bildete P. setaceum 51% mehr Biomasse, davon 49% mehr Biomasse in den Blättern und hatte eine höhere Photosyntheserate unter normal feuchten Bedingungen. Unter Trockenstress erbrachten beide Arten in gleicher Weise weniger Biomasse und erhöhten deren Speicherung in den Wurzeln im Vergleich zu normal bewässerten Pflanzen. Bei P. setaceum sank mit sinkendem Blattwasserpotential die Photosyntheserate stärker. Es ist nicht trockentoleranter als die heimischen Gräser (16).
Die Sämlinge von P. setaceum sterben unter trockenen Bedingungen schneller ab als unter feuchten im Vergleich zu heimischen Gräsern. Unter feuchten Bedinungen etablieren sich die Sämlinge schneller. Einmal etabliert, sind sie in der Lage, sich gegen das heimische Gras durchzusetzen (5).
Einen weiteren Hinweis darauf, dass Wasser der Hauptkonkurrenzfaktor ist, liefern die Untersuchungen von Cordell 2008 in einem tropischen Trockenwald mit und ohne Unterwuchs von P. setaceum auf Hawaii. Bäume ohne Unterwuchs nutzten einen höheren Anteil des verfügbaren Wassers, hatten etwa 30% weniger Blattmasse, aber 40% höhere Zunahme im Umfang (3).
P. setaceum erholte sich im Vergleich zu heimischen Gräsern von Abschneiden oder Herunterbrennen deutlich schneller, sowohl in Biomasseproduktion als auch Blütenbildung. Unter geringer Wasserverfügbarkeit und niedrigem Nähstoffniveau produzierte P. setaceum keine Samen (4).
An verschiedenen Standorten auf Teneriffa, die im Hinblick auf Feuchtigkeit differieren, hat P. setaceum eine geringere spezifische Blattfläche als heimische Gräser. Das führt zwar zu einer verringerten CO2-Aufnahme, aber auch zu geringerer Verdunstung und zu höherem relativem Wassergehalt in den Blättern. Der N-Gehalt der Blätter war niedriger, was für einen effizienteren Umgang mit Stickstoff spricht. Die Aktivität des Photosystems II war höher und dauerte länger (4).

Meinen eigenen Beobachtungen nach findet sich das Gras immer dort, wo noch am ehesten Wasser verfügbar ist, so z. B. an steinigen Hängen, an denen es seine Wurzeln unter die Steine steckt, während im Flachen die einheimischen Gräser bestandsbildend sind. In einer unübersichtlichen Fläche kann man das P. setaceum als Zeiger für eher hängiges und steiniges Gelände nehmen.


 Junges Gras das die Wurzeln unter die Felsen steckt.

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 Da scheint das Gras direkt aus dem Felsen zu wachsen.

Invasives Potential
Bei invasiven Gräsern werden die Samen mit dem Wind verbreitet. Die Pflanzen sind nicht schmackhaft, sprich, sie werden nicht gefressen. Sie sind leicht entzündlich. So können sie heimische Arten beeinträchtigen, in dem sie - nicht abgefressen - Futter für Flammen liefern, denen die einheimischen Gräser zum Opfer fallen (7).
Einmal etabliert, ist das Gras schwer zu bekämpfen. Die Ausbreitung auf Kosten anderer Gräser könnte den Futterwert der Flächen vermindern, da P. setaceum ob seiner scharfen Blätter nicht gefressen wird (6).

Bekämpfung
Die einzige Bekämpfungsmöglichkeit ist im Moment mechanisch oder chemisch, da es noch keine biologischen Kontrollsysteme gibt (7). Bei Versuchen wurden über 3 Jahre drei Herbizide, Hexazion, Glyphosat und Triclopyr, einzeln, in Kombination und in Kombination mit mechanischem Entfernen getestet . Am erfolgreichsten waren die Kombinationen von Hexazion mit mechanischer Behandlung oder mit Glyphosat (2).

Aktuelle Ergänzung (17. 9. 2017) im Hinblick auf La Palma aus dem La Palma Blog.

Literatur:

1) Agueda Ma González-Rodrígueza, Zdravko Baruch 2010: Ecophysiology of the invader Pennisetum setaceum and three native grasses in the Canary Islands. (Quelle?)

2) Castillo, J.M. 1997: CONTROL OF PENNISETUM SETACEUM (Forssk.) Chiov. IN NATIVE HAWAIIAN DRY UPLAND ECOSYSTEMS. Masterthesis Colorade State Univ.

3) Cordell, S.; Sandquist, D.R. 2008: The impact of an invasive African bunchgrass (Pennisetum setaceum) on water availability and productivity of canopy trees within a tropical dry forest in Hawaii. Functional Ecology,22, 1008–1017

4) Goergen, E.; Daehler, C.C 2001: Reproductive ecology of a native Hawaiian Grass (Heteropogon contortus,Poaceae) versus ist invasive aleine competitor (Pennisetum setaceum;Poacea), Int. J. Plant. Sci. 162/2 .317-326

5) Goergen, E.; Daehler, C.C 2002: Factors affecting seedling recruitment in an invasive grass (Pennisetum setaceum) and a native grass (Heteropogon contortus) in the Hawaiian Islands, Plant Ecology 161: 147–156,

6) Joubert, D.F: Cunningham, P.L. 2002: Distribution and invasive potential of Fountain Grass Pennisetum setaceum in Namibia. DINTERIA No. 27 S. 37-47

7) Milton, J.S. 2004: Grasses as invasive alien plants in South Africa, South African Journal of Science 100, S. 69-75

8) Milton, S.J.; Dean, W.R.J.; Rahalao, S.J. 2008: Evidence for induced pseudo.vivipary in Pennisetum setaceum (Fountain grass) invading a dry river, arid Karoo, South Africa. South African Journla of Botany 74/2S. 348-349

9) N.N. o.J.: http://www.lindbloms.se/Lindbloms/57000/59150.html

10) Schoenfelder, I. + P. 1997: Die Kosmos – Kanarenflora Reihe Kosmos Naturführer Franckh-Kosmos, Stuttgart

11) Poulin, J.; Sakal, A.K.; Weller, S.G.; Nguyen, T: 2007: Phenotypic Plasticity, Precipitation, and Invasiveness in the Fire Promoting GrassPennisetum Setaceum (Poaceae) American Journal of Botany 94(4): 533–541. 2007

12) Simpson, C.E.; Bashaw, E.C. 1969: Cytology and reproductiove Charactgeristics in Pennisetum setaceum. Amer. J. Bot. 56/1 S. 31-36

13) wikipedia engl.: http://en.wikipedia.org/wiki/Pennisetum_setaceum

14) http://es.wikipedia.org/wiki/Pennisetum

15) Williams, D.G.; Black, R.A 1993: Phenotypic variation in contrasting temperature environments: growth and photosyntheses in Penni- setum setaceum from different altitudes on Hawaii, Functional Ecology,7, 623-633

16) Williams, D.G.; Black, R.A. 1994: Drought response of a native and introduced Hawaiian grass, Oecologia (1994)97:512-519

12 August 2011

Wetter

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Das Wetter. In der ersten Augustwoche muss es hier geregnet oder genieselt haben. In meinem Wasserbehälter  finden sich 500l, die nun für etwa 10 Tage Bewässerung reichen.
In dieser Woche ist das Wetter hier so, wie für den Sommer erwartet : sonnig mit leichtem Dunst, Temperaturen nachts zwischen 22 und 19 °C. Am Tage gehen sie allerdings zeitweilig auf 31-32°C hoch, was ein bischen zu warm ist. Die meiste Zeit bläst nur wenig Wind. Wenn er bläst, dann  allerdings oft in kräftigen Böen.
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11 August 2011

Perseiden 2011

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Wie jedes Jahr im August kommt auch in diesem der Meteorschwarm der Perseiden. Die generellen Hintergründe habe ich hier beschrieben. Für dieses Jahr sind die Sternschnuppen in allen verfügbaren Quellen für die Nacht vom 12. auf den 13. August angekündigt. Das Maximum soll in Mitteleuropa am 13. 8. um 9 MEZ sein, also nach Sonnenaufgang und daher nicht zu sehen (http://www.leoniden.net/perseiden.htm#y2011).

Allerdings werden vor und nach dem Maximum wie üblich auch Schnuppen zu sehen sein.

Für La Palma gilt (nachgesehen in stellarium.de):
Der Perseus geht um 1:20h auf und steht morgens um 6h voll am Himmel.
Dunkel ist es von 21:30h bis 7:00h.
Sonnenaufgang ist etwa um 7:30h.
Das Wetter ist im Moment so, dass es zwar sehr diesig ist, aber der Himmel zur Abwechslung klar. Allerdings steht die ganze Nacht der Mond hellstrahlend am Himmel. Er geht um 19h auf und gegen 5h unter. Am 13. 8. ist Vollmond.
Die beste Zeit hier wäre also gegen 6 Uhr morgens, da es da noch dunkel und der Mond schon untergegangen ist.
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01 August 2011

Dillenius-Feigenkaktus, Opuntia dillenii (Ker-Gawler) Haworth

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Der Dillenius Feigenkaktus (Opuntia dillenii (Ker-Gawler) Haworth) auch. „Tunera salvaje, tunera costa“ (1)

Taxonomie (Systematik):
Ordnung:                   Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie:                      Kakteengewächse (Cactaceae)
Unterfamilie:             Opuntioideae
Gattung:                     Opuntien (Opuntia)
Art:                              Opuntia dillenii (2)

Den Artbeinamen hat sie zu Ehren des deutschen Botanikers Johann Jacob Dillen, der sich allerdings hauptsächlich mit Moosen und Pilzen beschäftigte(2). Die Namen Ker-Gawler und Haworth beruhen darauf, das John Bellenden Ker-Gawler die Art als erstes beschrieb und Adrian Hardy Haworth sie in die Gattung Opuntia einordnete (2).
Biologie:

Der Feigenkaktus ist ausdauernd. Er wächst niedrig und ausgebreitet oder als stark verzweigter Strauch und kann 1-3 m hoch werden.



Die Blütezeit ist April bis Juli. Die Stengelglieder sind rundlich bis umgekehrt eiförmig, weisen manchmal auch längliche Triebabschnitte auf, können wellige Ränder besitzen und. bis zu 40 cm lang werden(1,2). An diesen umgekehrt eiförmigen Stengelgliedern sind sie gut von anderen Opuntien zu unterscheiden.


 Die Stengelglieder sind zu Beginn grün und werden später gelblich bis hellgrün. Die ganz alten sehen rotbräunlich aus (1,2).


An den Stengelgliedern sieht man polsterartige Ausstülpungen (Areolen), die reduzierte Kurztriebe sind (2). An diesen Kurztrieben wachsen die zu Dornen reduzierten Blätter (Glochide).


 Hier kann man diese Areolen gut sehen mit ihren Dornen und sogar einen Ansatz von braunen bzw. dunkleren Bändern an den Dornen.


 Hier sind die Ausstülpungen mit den Dornen von der Seite zu sehen.

 Nach (1) sollen es an jungen Trieben bis zu 10 gelbe und mehr oder weniger braun gebänderte, bis zu 7 cm lange, abgeflachte Dornen sein, oft aber weniger und kürzer (1). Nach (2) sollen es 1-5 bis zu 5 cm lange, aufrechte, etwas abgeflachte Dornen sein, auch gelb mit braunen Bändern oder gefleckt (2). Diejenigen, die hier wachsen, haben an den jüngeren Stengelgliedern eher weniger Dornen. Sie sind quasi nach innen (zum Kurztrieb hin) abgeflacht und eher gelblich. Braun gebändert ist nicht wirklich zu erkennen.
Die Blüten mit Kelch- und Kronblättern sind zitronengelb bei einigen Formen zu Beginn orange (1,2). Sie sind zwittrig. Die Kronblätter sind 4-5 cm lang (3). Der Fruchtknoten ist unterständig und umgekehrt eiförmig und etwa 3 cm lang. Zur Frucht ausgewachsen wird er bis zu 7-9 cm lang(3).


 Hier sieht man die gelbe Blüte mit dem unterständigen Fruchtknoten, also das, was schon als zukünftige Frucht zu erkennen ist.




 Die Blüte in der Draufsicht: Innen die Narbe, umgeben von einem Kranz von Staubgefässen, dann die heller gelben Kronblätter und ganz aussen, etwas kürzer und leicht rosa, die Kelchblätter.




 So von der Seite sind der Unterschied zwischen kurzem Kelchblatt und längerem, hellen Kronblatt (Blütenblatt) etwas besser zu sehen.




 Hier noch einmal, etwas unscharf in der Mitte, die Narbe umgeben von den Staubgefässen.




 So sieht die Knospe aus.

Die Früchte sind birnenförmig bis kugelig und im reifen Stadium purpurrot bis violettfarben(1,2). Sie sollen keine Dornen tragen (2). Dafür haben sie Ausstülpungen wie die Areolen, an denen flaumartige feine Härchen sitzen, die für Finger fast unangenehmer sind als die Dornen.

 Hier eine Auswahl reifer Früchte. Sie lassen sich sehr leicht abbrechen und sollen hier auf der Insel mit einer Art langer Holzzangen geerntet werden.
 
Die Frucht ist eine falsche Beere, bestehend aus saftigem Fruchtfleisch mit hartschaligen Kernen. Das Fruchtfleisch wird nicht aus den Fruchtblättern gebildet, sondern aus Samenanlagengewebe, deren einer Teil zum Fruchtfleisch wird und der andere die äusserste Schicht der harten Samenschale. Daher steigt mit dem Anteil der Samen auch die Fruchtgrösse, d.h. eine grosse Frucht enthält deutlich mehr Samen als eine kleine (7). Die Früchte sind durch und durch rot, sehr saftig und das Fleisch ist essbar.

(Quelle: Carole Ritchie. Provided by ARS Systematic Botany and Mycology Laboratory. Saint Kitts and Nevis, Saint Kitts. Usage Requirements.http://plants.usda.gov/java/profile?symbol=OPDI3)

 Die Samen sehr schön herausgearbeitet. Normal sind sie noch von dem Fruchtsaft so gefärbt, dass sie lila erscheinen.
Vermehrung:
Die Stengelglieder brechen leicht ab, schlagen schnell Wurzeln und werden durch Wasser und Tiere verbreitet. Die Samen werden durch Tiere, die sich von den Früchten ernähren, verbreitet (3)
Vorkommen:
Das Verbreitungsgebiet umfasst den Südosten der Vereinigten Staaten, Mexiko, die Bahamas, Kuba, die Kaimaninseln, Jamaika, die Dominikanische Republik, Puerto Rico, die Jungferninseln, die Kleine Antillen, die Niederländischen Antillen und Ecuador(2). Das Vorkommen auf den kanarischen Inseln liegt besonders an den Südküsten im trockeneren Bereich des Sukkulentenbusches. Die Ausbreitung nimmt zu(1).
Lebensraum
Sie wachsen am ehesten in Gras- und Heidelandschaften, Trockenwäldern, Buschland und felsigen Gegenden(3). Hier wachsen sie vor allem an eher trockenen Stellen d.h. die Pflanzen sind dort, wo es anderen zu trocken ist, sie aber noch überleben können.
Der Kaktus bildet dichtes und dorniges Dickicht, verdrängt die einheimischen Pflanzen und beeinträchtigt die Tierwelt. Die verteilten Stengelglieder werden zu einer Art gedrungenem Strauch, der sich seitlich verbreitet und zu Dickicht wird, das ganze Areale bedeckt(3). In Kuba wurde ihre Ausbreitung in Gegenden mit weniger als 800mm NS/Jahr und armen für die Landwirtschaft begrenzt geeigneten Böden (Weideland im östlichen Kuba) untersucht und festgestellt, dass die Ausbreitung zunahm und so grössere Flächen für die Landwirtschaft endgültig verloren waren. Sie wird als invasive Art betrachtet (5). Es wurden erfolgreiche biologische Bekämpfungsversuche mit den Larven der Kaktusmotte (Cactoblastis cactorum (Berg,)) durchgeführt (6). In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts waren sowohl auf Ceylon als auch in Südindien und Mauritius grössere Landstriche für die Landwirtschaft verloren und wurden durch den erfolgreichen Einsatz von Dactylopius opuntiae (eine Schildlausart) wieder gewonnen(9).
Verwendung
Es können alle Teile der Pflanze: Blüten, Stengel und Früchte verwendet werden(4).
„Opuntia dillenii wird in Asien für die verschiedensten Zwecke angebaut. In Indien wird sie beispielsweise dazu verwendet um Wunden, Pustel und sogar Syphilis zu behandeln. Bergvölker im Norden von Thailand essen die Triebe roh, stellen Breiumschläge daraus her, trinken sie als Tee gegen Bauchschmerzen und setzen sie bei Problemen mit der Leber und der Milz ein. Die Früchte werden als Farbstoff eingesetzt um aus Hanffasern gefertigte Seile rot einzufärben“(2).
In der ayurvedischen Medizin gilt sie als gute Heilpflanze (4).
In der kanarischen traditionellen Medizin werden frische Früchte  gegen Diabetes, Verdauungsbeschwerden und beschwerden der Bronchien eingesetzt. Daher untersuchten Perfumi et al. (1996) den Einfluss des Fruchtsaftes auf diabetische Ratten und Mäuse. Sie fanden, dass durch den Fruchtsaft der Blutzuckerspiegel nicht gesenkt wurde. Allerdings wurde eine durch Glucose ausgelöste Überzuckerung in gleicher Art gesenkt, wie durch das herkömmlich dafür eingesetzte Medikament (Tolbutamid). Da der Insulinspiegel des Blutes durch den Saft nicht erhöht wurde, wird angenommen, dass die Aufnahme der Glucose im Darm verhindert wird (12).
Loro et al. (1999) haben wässrige Auszüge der Früchte in Dosen von 100-400mg/kg Körpergewicht an Ratten und Mäusen auf schmerzlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften untersucht. Sie fanden eine dosisabhängige Ödemhemmung bei Ratten und bei 50–100 mg/kg Körpergewicht eine dosisabhängige Schmerzlinderung(11).
Ahmed et al. (2005) haben Alkoholextrakte von Blüten, Stengelgliedern und Früchten hergestellt und sie auch auf Entzündungshemmung und Schmerzlinderung getestet und festgestellt, dass die Blütenextrakte die grösste Wirkung hatten bei 200mg/kg Körpergewicht. Analyse der Extrakte auf Inhaltsstoffe ergaben die Glucoside: kaempferol 3-O-α-arabinoside, isorhamnetin-3-O-glucoside and isorhamnetin-3-O-rutinoside (8).
Qiu et al. (2202) fanden im wässrigen Alkoholauszug frischer Stengelglieder 3 neue Glycoside (Opuntioside), die sich als starke Radikalenfänger erwiesen: I, 4-ethoxyl-6-hydroxymethyl-α-pyrone, kaempferol 7-O-β-D-glucopyranosyl,(1→4)-β-D-glucopyranoside (10).
Auch die Öle, die aus den Samen gewonnen werden können, haben einen Ascorbinsäure vergleichbaren antioxidativen Effekt, d. h. sind gute Radikalenfänger.
Die Hauptfettsäuren dieser Samenöle sind Linolensäure mit 66,5 %, Palmitinsäure mit 19,7% , Stearinsäure mit 9% und Linolsäure mit 2%.(12). 



 Aus den Früchten zubereiteter Nachtisch: zuerst die früchte mit heissem Wasser übergiessen, was die Härchen aber kaum stört, dann die Haut abziehen und die Früchte zerschneiden, einige Spritzer Zitronensaft, Zucker und wenn man will, noch flüssige Sahne dazu. Sobald man ein bischen Zucker über die zerschnittenen Früchte gegeben hat, ziehen sie schnell Saft, so dass kaum Fruchtfleisch übrig bleibt. Die Kerne kann man ausspucken.

(Quellen: (1)Schönfelder I. u. P 1997:Kosmos Kanarenflora; Franckh-Kosmos-Verlag;
(2) N.N.: Opuntia dillenii; http://de.wikipedia.org/wiki/Opuntia_dillenii 21. 6. 2011;
(3) Pier: Opuntia dillenii: http://www.hear.org/pier/species/opuntia_dillenii.htm (Literatur siehe dort),
(4) http://ayurvedicmedicinalplants.com/plants/384.htm),
(5) Perez, E. et al. 1985: Distribución de Opuntia dillenii (Tuna Brava) en áreas de pastos de las provincias de Santiago de Cuba y Guantánamo.
(6) Blanco, E. Et al. 2001: Análisis de los riesgos fitosanitarios asociados al uso de Cactoblastis cactorum (Berg.) (Lepidoptera: Pyralidae: Phycitinae) como agente de control biológico de Opuntia dillenii (Cactaceae) en Cuba.Fitosanidad V. 5/1 S. 63-73.
(7) Mejia, A.; Cantwell, M.:o.j.:Prickly Pear fruit Development and Quality in relation to Gibberellic Acid Applications to Intact and Emasculated Flower Buds),
(8) Ahmed, M. S. et al. 2005: Antiinflammatory flavonoids from Opuntia dillenii (Ker-Gawl) Haw. flowers growing in Egypt, Phytotherapy Research Vol. 19/9 S- 807-809.
(9) Jepson, F.P: 1930: Present Position in regard to the Control of Prickly-pear (Opuntia dillenii, Haw.) in Ceylon by the introduced Cochineal Insect Dactylopius tomentosus, Lamk. J.Tropical Agriculturist 1930, Vol. 75 No. 2 pp. 63-72 pp. (10) Qiu, J. et al. 2002: Constituents with Radical Scavenging Effect from Opuntia dillenii: Structures of New α-Pyrones and Flavonol Glycoside, Chemical&Pharmaceutical Bulletin Vol 50/11 S. 1507.
 (11) Loro, J.F. et al. 1999: Preliminary studies of analgesic and anti-inflammatory properties of Opuntia dillenii aqueous extract, Journal of Ethnopharmacology, Vol. 67/ 2, S.213-218.
(12) Perfumi, M.; Tacconi, R. 1996: Antihyperglycemic Effect of Fresh Opuntia dillenii Fruit from Tenerife (Canary Islands), Pharmaceutical Biology, Vo. 34/1, S. 41-47.
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