21 Juni 2008

Übung 2

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(Aus dem Seminar Mai 2005)

Die Pfingstrose (standen in Schalen auf dem Tisch) ansehen, vergessen: wie sie heisst, die Farbe , die Form, die Blattfarbe,
dann stehen wir vor einem Mysterium.



(Quelle: Inga Schnekenburger 2003, online-kunst)


Wir beruhigen uns mit dem Namen, dann haben wir es abgehakt.

08 Juni 2008

Der sanfte Wille

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So nannte Kühlewind eines seiner Bücher.

Im vorherigen Beitrag stand, der harte Wille sei störend beim Meditieren bzw bei Übungen zur Aufmerksamkeit.

Worin unterscheiden sich nun der harte und der sanfte Wille?

Der harte Wille ist der Nützlichkeitswille, der Zweckwille. Wenn man mit dem Üben beginnt, dann normalerweise nicht um ihrer selbst willen sondern damit...
Dann ist der Wille ausserhalb des Übens. Das ist Ausdruck des harten Willens.

Solange das so bleibt, ist das Üben eine unangenehme , wenn auch selbstgewählte, Pflicht, der man sich aus welchen Gründen auch immer unterzieht. Diese Haltung ist in der Regel ein Garant dafür, dass man das Üben früher oder später wieder bleiben lässt.

Der sanfte Wille ist innerhalb des Übens, ist in der Tätigkeit, wie bei einem schöpferischen Prozess. Er bildet (im Sinne von Hervorbringen) den Übinhalt.

07 Juni 2008

Das Morgengebet

Früher nannte Kühlewind die Übung: das dort

Übung 1

Man wähle einen menschengemachten Gegenstand im Äusseren, der darf nicht zu schön sein.

Dann den Gegenstand ansehen, das Ding nicht mit Begriffen bedenken, nur schauen, ohne Worte, ohne Gedanken, ohne Begriffe.

Ein Trick ist, damit man sich nicht verkrampft, (keine Stirnfalten) kein harter Wille: von der Seite schauen, nicht frontal, beim leicht seitwärts schauen kann man sich nicht verkrampfen.
Man kann sich auf die Sinnesqualität beschränken, auf Form, Farbe, Grösse achten, nicht bewerten nur darauf achten.

06 Juni 2008

Erleuchtung


(Aus dem Seminar mit G. Kühlewind im Mai 2005)


Erleuchtung:

1. das innere Licht erfahren,

2. dann kommt Weisheit.

Weisheit = zu kennen

die Weisen, das Wie zu kennen

3. Mitleid; nicht daß ich jemanden bemitleide,

Mitleid ohne Objekt.

Mitleid mit allem, was geformt ist, da ich aus der Formlosigkeit komme.


Fehlt eine der drei, ist es keine Erleuchtung.

01 Juni 2008

Momentchen

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Im Hier und Jetzt zu leben wird gerne proklamiert. Aber wie denn nun? Kühlewind hatte eine nette kleine Übung, die er „Momentchen“ nannte. Die Übung geht so: fünf Minuten am Tag (eine Minute reicht für den Anfang völlig) möge man seine Aufmerksamkeit auf jede seiner Handlungen richten und jeweils, bevor man etwas tut, kurz inne halten. Als Tipp meinte er: vor jeder Handlung „Momentchen“(M) sagen. Später hat er das abgewandelt, da sollte man vor jeder Handlung laut oder leise sagen, was man als nächstes tun wolle und es erst dann tun.

Beispiel: Thema Zähneputzen: M Zahnputzbecher greifen, M Wasserhahn aufdrehen, M Zahnputzbecher unter den laufenden Wasserstrahl halten, M Hahn zudrehen, M Zahnputzbecher abstellen, M Zahnbürste greifen, etc.

Bei dieser Übung kann man eine Menge Beobachtungen machen bzw. eine Menge über sich lernen.

Daneben wird die Aufmerksamkeit auf die jeweils aktuelle Handlung gerichtet. Die Handlung wird so bewußt. Vor einer Handlung bekommt man einen kurzen Freiraum quasi eine kleine Pause. Alle sonst im Vordergrund nebenher laufenden Gedanken verschwinden.