18 Mai 2008

Gedanken über das Denken

Georg Kühlewind

(Quelle:Steiner- Kühlewind- Gruppe bei yahoo-groups)

Gedanken über das Denken 4

Geistesgegenwart ist ein kurzes Aufblitzen zweier Elemente: Geist und Gegenwärtigkeit oder Intuition und Gegenwärtigkeit, plötzlich und ohne Nachdenken. Man kann sich fragen: Was hindert daran, immer oder wenigstens nach Belieben geistesgegenwärtig zu sein? Dieses seltene Erlebnis können wir im Nach-hinein reflektierend beobachten: Es „fällt uns etwas ein“, zum Beispiel die einzige Lösung einer gefährlichen Situation, und es ist fühlbar, dass die Lösung „gekommen“ ist, wir haben daran gearbeitet, nicht darüber nachgedacht – dazu ist meistens auch keine Zeit. Warum passiert das nur in Gefahr oder in extrem wich-tigen Situationen?
Die Beobachtung zeigt, dass wir im Augenblick der Gefahr völlig konzentriert sind, die Aufmerksamkeit ist ganz in der Situation. Wäre vielleicht wenigstens ein Teil des Hindernisses, stets geistesgegenwärtig zu sein, dass unsere Aufmerk-samkeit im Alltag so zerstreut ist? Dass sich das Denken auf vorgefertigten Bah-nen, in fertigen Begriffen bewegt und vermischt mit anderen seelischen Elemen-ten, wie Wunsch, Vorurteil, Voreingenommenheit und Ähnlichem, arbeitet? Dann wären zur Eliminierung der Hindernisse zwei Schritte notwendig: die Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit und die Reinigung des Denkens.

Besinnung/Meditation 4:
Was heißt „dies“ im Unterschied zu „das“?